5 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn Sie E-Learning einführen möchten

5 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn Sie E-Learning einführen möchten

Es ist eine Situation, wie wir sie als Anbieter für digitale Weiterbildungsmaßnahmen häufig erleben: Verantwortliche Mitarbeiter:innen eines Unternehmens äußern den Wunsch „E-Learning einzuführen“ und bitten uns, sie darin zu unterstützen. Wenn auch Sie an diesem Punkt stehen, haben wir hier fünf No-Gos für Sie aufbereitet. Was sollten Sie auf gar keinen Fall tun?

1. Führen Sie „E-Learning“ ein

Wir möchten Sie nicht von Ihrem Vorhaben an sich abbringen. Wir möchten Sie lediglich einladen, Ihren Blick ein wenig zu öffnen: Denn E-Learning ist aus unserer Perspektive lediglich ein Format digitaler Wissensvermittlung mit vielen Möglichkeiten. Ihr Ziel könnte also lauten, „eine interaktive, digitale Lernwelt für Mitarbeiter:innen aufzubauen“, „das Thema XY für eine Zielgruppe von 3.500 Lernenden aufzubereiten“ oder „vorhandene Trainings zu modernisieren/digitalisieren.“

E-Learning-Formate vermitteln Kompetenzen und Lerninhalte, doch fragen Sie sich: Worum geht es Ihnen konkret? Finden Sie mindestens drei alternative Formulierungen, um Ihr Ziel anders zu beschreiben. Dabei sollten nicht das Format, sondern die Zielgruppe und der zu vermittelnde Inhalt im Fokus stehen. Wenn sich aus diesen drei Formulieren ergibt, das E-Learning ein geeignetes Format für Ihr Vorhaben ist – umso besser, machen wir weiter!

2. Klären Sie als erstes die technischen Rahmenbedingungen

Zugegeben, technische Rahmenbedingungen sollten eine Rolle spielen, jedoch keine große. Heutzutage können wir davon ausgehen, dass jede:r Mitarbeiter:in einen Internetzugang hat. Vielmehr braucht es zu Beginn für digitales Lernen nicht. Wir sollten natürlich gemeinsam besprechen, wo die Reise hingehen könnte, um frühzeitig technische Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Doch der wichtigste Punkt in so einem Projekt ist nicht die Technik, es sind vielmehr die Zielgruppe, die zu vermittelnden Inhalte, das didaktische Konzept, die Zeit, die zur Verfügung steht und wie man all diese Punkte mit Ihrem Budget bestmöglich überein bringt.

Und selbst wenn Sie erfahrene Trainer:innen oder eine gute Mitarbeiterentwicklung im Haus haben, empfiehlt es sich zumindest beratend die Unterstützung von Expert:innen einzuholen. So vermeiden Sie über Dinge zu stolpern, die Sie aus mangelnder Erfahrung mit E-Learning-Angeboten nicht berücksichtigen konnten. Wir beraten auch in der Entscheidungsfindung, sollten Sie sich an diesem Punkt befinden – unabhängig von einer späteren Beauftragung für die Umsetzung.

3. Überraschen Sie Ihre Mitarbeiter:innen mit dem neuen Lernangebot

Dieser Punkt ist eigentlich ganz einfach, trotzdem wird er immer noch viel zu häufig ignoriert: Binden Sie die Zielgruppe in Ihr Projekt ein! Ihre Mitarbeiter:innen sind die Expert:innen in Ihrem Arbeitsfeld, kennen die Herausforderungen und gängigen Wissenslücken. Zudem ist es ihr Arbeitsalltag, der optimiert werden soll – was liegt näher, als ihre Ideen zu nutzen?

Zudem ist die Einführung neuer Lernumgebungen für Sie als Projektteam wesentlich einfacher, wenn Kolleg:innen aus der Zielgruppe bereits früh mit an Bord sind und im Prozess der Implementierung das Kollegium mit Begeisterung und Verantwortung mitreißen. Wir empfehlen beispielsweise zum Beginn eines solchen Prozesses einen Workshop, in dem sowohl die Fachabteilungen, die Mitarbeiterentwicklung als auch einige Kolleg:innen aus den Reihen der Zielgruppe zusammentragen, wie das Lernangebot aussehen könnte.

4. Halten Sie das Projekt so lange wie möglich unter Verschluss

Bei großen Unternehmen ist die interne Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen im jeweiligen Arbeitsalltag häufig nicht von Relevanz. Oft findet sie nur auf oberster Ebene statt und daher nicht im Detail. Gelegentlich bekommen wir mit, dass zwischen den Unternehmensbereichen ein regelrechtes Konkurrenzdenken herrscht, oder einfach das Prinzip „Jeder macht sein Ding.“ Normalität ist.

Das können wir kurzfristig natürlich nicht ändern, jedoch können wir betonen, dass es sich lohnt, insbesondere wenn es um längerfristige Trainingsangebote und vielleicht sogar die Einführung einer neuen Software geht, so viel wie möglich in den Austausch zu gehen. Vielleicht gibt es anderswo bereits ein System, dem Sie sich anschließen könnten? Oder Erfahrungen, die gemacht wurden, von denen Sie profitieren können. Es gibt in größeren Unternehmen häufig viele unabhängige Insellösungen. Auch wenn es nicht Ihre Aufgabe ist, das zu ändern, vielleicht gibt es ja einen Weg für ein gemeinsames Konzept?

5. Konzentrieren Sie sich aufs Tracking

„Nur was messbar ist, zählt.“ Selbst wenn Ihr Budget eventuell an messbare Ziele gekoppelt sein sollte, empfehlen wir, sich von diesem Gedanken als oberstes Ziel zu lösen. Denn das werden die Lernenden merken: Wo es nur um messbare Zahlen und nicht um ihren individuellen Lernerfolg geht, werden vielleicht die Zahlen am Ende einigermaßen stimmen, jedoch tritt kein Lernerfolg und somit keine Verbesserung ein.

Andersherum haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein Lernangebot das zielgruppenfreundlich konzipiert und produziert ist, am Ende auch in Zahlen messbar ist. Denn wenn die Lernenden den Mehrwert für ihren eigenen Arbeitsalltag sehen, setzen sie sich auch lieber mit den Inhalten auseinander.

Wir empfehlen unseren Kund:innen, mindestens im ersten Jahr eines neuen Lernangebots die Lernenden immer wieder anzusprechen und um Feedback zu bitten, analog oder online. Und fragen Sie nicht immer nur: „Wie findet ihr’s in Schulnoten von 1-6?“, sondern fragen Sie vor allem: „Wie könnte das Format noch besser/hilfreicher werden?“ und erfragen Sie auch hier möglichst konkret: „Was könnten Sie verbessern und wie?“ Die besten Ideen kommen nicht selten von den Lernenden und nicht von den Vermittlern. Setzen Sie sich Ziele, die nicht in Zahlen messbar sind.

Wir hoffen, Sie haben unsere Tipps nicht so ganz ernst genommen. Und wenn Sie sich in dem ein oder anderen Beispiel doch erkannt haben, machen Sie sich keine Gedanken: Das ist vollkommen normal. Für professionelles E-Learning, verschiedene Formate und die Einführung eben dieser im Unternehmen gibt es Expert:innen; Wissensvermittlung ist nicht ohne Grund ein Berufsbild. Wir sehen uns gerne als Vermittler zwischen Fachleuten und der Zielgruppe und stellen unsere Expertise in Ihren Dienst.

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