Wieder was gelernt: 10 Fakten übers Lernen

Wieder was gelernt: 10 Fakten übers Lernen

Wir tun es täglich, oft ohne es zu merken: lernen. Es ist ein vielseitiges, spannendes Thema, finden wir. Darum haben wir für Sie 10 Fakten rund um das Lernen zusammengetragen. Viel Spaß beim Lesen – und Lernen!

1. Die Wortbedeutung von Lernen

Etymologisch hat das Verb „lernen“ seinen Ursprung in der Bedeutung „einer Spur nachgehen, nachspüren …“. Das unterstreicht doch den aktiven Charakter und den Spaß am Lernen wunderbar, oder?

2. Wir können nicht nicht lernen

Der Prozess des Lernens lässt sich nicht aktiv unterbinden. Lernen ist der Impuls, Informationen zu verarbeiten, einzuordnen und zu verstehen. Das Behalten des Erlernten passiert ebenfalls automatisch, wenn auch bei vielen Dingen nicht dauerhaft. Der Mensch ist so angelegt, dass er seine Umwelt begreifen will. Somit ist Lernen ein intrinsisch motivierter Prozess, der zwar angeregt, aber nicht verordnet werden kann.

3. Lernen ist kein passiver Vorgang, niemand kann Sie nötigen, etwas zu lernen

Niemand kann Sie zwingen, etwas zu lernen und auch Sie können niemandem Wissen aufzwängen. Wenn die Impulse, die dem Lernenden gesendet werden, seine Synapsen nicht erreichen, wird ein Lernprozess nicht erfolgreich ablaufen. Im Umkehrschluss lässt sich aber sagen: Wenn möglichst viele Synapsen in den Verarbeitungsprozess der Information eingebunden sind, wird das Gelernte besonders erfolgreich verankert. Wie können wir dafür sorgen?

4. Vielfalt gewinnt!

Auch wenn die Lerntypen-Theorie in der Wissenschaft als widerlegt gilt, lassen sich zwei Beobachtungen bestätigen: Die Ansprache verschiedener Wahrnehmungskanäle wirkt sich positiv auf einen nachhaltigen Lernprozess aus. Und Abwechslung hilft ebenfalls für gesteigerte Aufmerksamkeit während des Lernens. Daher achten wir bei B+N immer darauf, dass unsere Lernangebote verschiedene Kanäle ansprechen und die Lernenden aktiv bleiben.

5. Was passiert beim Lernen in unserem Gehirn?

Unser Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen, sogenannten Neuronen. An deren Ende liegen Synapsen, die elektrische Signale der Neuronen in Form von chemischen Botenstoffen an die nächsten Neuronen abgeben. Diese Kettenreaktionen tragen Informationen und Signale durch das neuronale Netzwerk in unserem Gehirn an die richtige Stelle, beispielsweise in Muskel- oder Sinneszellen, und lösen dort Reaktionen aus. Besonders spannend: Unser Gehirn passt sich ein Leben lang an, es ist plastisch.

Verbindungen, die häufig aktiviert werden, werden stärker, neue Verknüpfungen entstehen und ungenutzte Verschwinden wieder. Und auch an den Synapsen ändert sich was: besonders oft genutzt, schütten sie vermehrt Botenstoffe aus. Somit ist der nächste Punkt klar …

6. Bekanntes lernen wir besser

Uns erreichen täglich unzählige Informationen über unsere Sinneszellen. Um damit nicht überfordert zu sein, unterscheiden wir in Sekundenschnelle, ob die Information für uns relevant ist, oder nicht. Gilt das Hupen im Straßenverkehr mir? Nein, schon vergessen. Dasselbe gilt für das bewusste Lernen von Informationen: Nur wenn eine Information für unsere Synapsen verwertbar ist, sprich, an bereits vorhandenes Wissen anknüpfen kann, wird die Information gespeichert. Daher geht ein erfolgreiches Lernangebot bei B+N immer von der Zielgruppe und ihren Gewohnheiten aus.

7. Lernen ist „Hanteltraining“ fürs Gehirn

Die in Frage 4 angesprochene Plastizität des Gehirns ist messbar! Im Laufe unseres Lebens verändert sich die Anzahl an Nervenzellen in unserem Gehirn kaum. Aber schon nach zwei Lebensjahren ist das Gehirn etwa doppelt so schwer, wie zu unserer Geburt. Und das liegt an den Verbindungen, die dicker werden und den Schaltstellen, die sich neu ausbilden. Mit jedem Lernprozess trainieren wir also unser Gehirn. Und ähnlich wie beim „Hanteltraining“ hat auch eine lange Trainingspause Auswirkungen … Und anstrengend ist Lernen auch – die Gehirnaktivität verbraucht etwa ein Viertel der täglich vom Körper benötigten Energie.

8. Lebenslanges Lernen

Zum Glück hat man nie ausgelernt und im Alltag finden sich immer wieder kleine Trainingsaufgaben für unseren Hirnmuskel. Lebenslanges Lernen ist aktuell ein gern genutzter Begriff aus der Mitarbeiterentwicklung. Es bezieht sich aber nicht nur auf die berufliche Weiterentwicklung, sondern auch auf persönliche Lernprozesse, sei es auf emotionaler, sozialer oder fachlicher Ebene.

9. Auch der Körper kann lernen

Das Körpergedächtnis, auch kinästhetisches Gedächtnis oder Muscle-Memory genannt, spricht an, dass Erinnerungen nicht nur auf rein kognitiver Ebene gespeichert werden. Vor allem viel geübte Bewegungsabläufe lassen sich oftmals noch nach Jahren intuitiv wiederholen. Im therapeutischen Bereich geht man davon aus, dass sich Emotionen ebenfalls oftmals auf körperlicher Ebene einschreiben und Emotionen wie Angst zu z.B. Verspannungen führen können.

10. Überraschung gewinnt

Die US-Finanzbehörde erhebt auf Diebesgut Steuern. In der Steuererklärung muss das als »sonstiges Einkommen« angegeben werden. (Laut Stern, Unnützes Wissen, abgerufen am 15.06.21) War diese Information für Sie ebenfalls neu und hat Sie zum Schmunzeln gebracht? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie Ihnen besonders gut im Gedächtnis bleibt. Informationen, die nicht zu unserem Vorwissen oder unseren Annahmen passen und uns daher überraschen, haben eine gute Chance, länger im Gedächtnis zu bleiben. Wenn Sie jetzt denken, dass das doch aber Punkt 6 widerspricht, haben Sie schon einmal bewiesen, dass Sie aufmerksam gelesen haben. Allerdings überrascht uns etwas nur dann, wenn es im scheinbaren Widerspruch zu bereits bekannten Faktoren steht. Ganz ohne Vorwissen in einem Bereich, können wir keine Einordnung vornehmen.

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