Unsere Trainer:innen bei B+N – Andrea Koch

Unsere Trainer:innen bei B+N – Andrea Koch

Seit 2005 verbinden uns viele fachliche Projekte mit Andrea Koch und seit 2019 unterstützt sie uns als Beraterin für Lernen, Organisations- & Personalentwicklung. Grund genug, sie im Gespräch vorzustellen.

Andrea Koch

Name: Andrea Koch Position: Externe Beraterin für Lernen, Organisations- & Personalentwicklung Standort: Karlsruhe Leidenschaft: Entwicklung! Und Schwimmen, Wandern, Alltag mit dem Fahrrad bewältigen Fürs Alter der Traum: am Meer leben, vielleicht am Atlantik in Frankreich

bnm: Liebe Andrea, schön, dass du dir heute Zeit für ein Gespräch mit uns nimmst. Du bist schon seit einer ganzen Weile für BREUER+NOHR tätig und unterstützt uns als Beraterin. Was genau machst du in dieser Funktion?

AK: Meine Aufgaben für B+N sind recht vielfältig. Als Beraterin unterstütze euch beispielsweise bei ausgewählten Kundenprojekten, wenn es darum geht, wie eine bestimmte Zielgruppe mit einem Lernangebot erreicht werden kann oder welches Lernangebot sie am besten unterstützt.

Die Zusammenarbeit mit euch Kolleg:innen bei B+N bereichert mich immens! Deshalb ist es mir auch so wichtig, trotz meiner anderen Verpflichtungen, auch weiterhin mit euch zusammenzuarbeiten. Das Produktportfolio, die Mitarbeiter:innen, der Mut zu wirklich neuen Entwicklungen ... Das alles hat seit 2005, als wir das erste Mal miteinander zu tun hatten, enorme Fahrt aufgenommen. Und wenn ich ab und zu dabei sein darf, dann freue ich mich.

bnm: Dann sprechen wir doch mal über deine anderen Tätigkeiten. Du bist als Beraterin für Organisationsentwicklung bei dm-drogerie markt tätig und auch freiberuflich aktiv. In dieser Interviewreihe geht es um unsere Trainer:innen, jedoch trifft dich diese Beschreibung nicht ganz auf dich zu. Würdest Du Dich überhaupt als Trainerin bezeichnen?

AK: Ich sehe mich eigentlich nicht so sehr als Trainerin und nenne das, was ich anbiete, auch nicht Trainings. Training und Trainer:in, das klingt mir zu sehr nach Sport und Leistungsorientierung. Ich forciere nicht und leite nicht an. Meine Rolle sehe ich als „Facilitator“, als jemand, die hilft, dass in Unternehmen Bewusstheit entstehen kann. Deshalb verstehe ich mich auch in konkreten Lernsituationen zu Fachthemen eher als Lernbegleiterin und bin an Lernprozessen beteiligt. Ich verlange nicht „noch fünf mehr“ oder „höher, schneller, weiter“, sondern frage die Teilnehmenden: Warum willst du das lernen? Wofür brauchst du es? Wo willst du hin?

bnm: Und welchen Hintergrund haben diese Fragen?

AK: Ich bin der Meinung, dass ich niemanden zwingen kann zu lernen. Nur wenn jemand lernen will, weil er:sie einen eigenen Antrieb oder eine Fragestellung hat, wird das zu einem nachhaltigen Lernerfolg führen. Ein pädagogisches Schlagwort dazu ist das Lernen am eigenen Problem. Die Ausgangsbasis dafür ist ein Blick auf Menschen, der ihnen grundsätzlich zuschreibt, dass sie sich entwickeln möchten. Diese Entwicklung ist ergebnisoffen, deshalb können Lernprozesse nur begleitet werden. Den Ausgang (sprich: wovon jemand wie viel gelernt haben wird) bestimmt allein der oder die Lernende.

Wenn jemand beispielsweise im Berufsalltag vor der Herausforderung steht, zum Beispiel mit neuer Technologie oder mit agilem Projektmanagement zurechtzukommen, weil diese Instrumente in seinem Unternehmen eingesetzt werden, dann hat er:sie einen konkreten Lernbedarf. Dem kann er:sie sich so lange wie möglich entziehen. Oder aber er:sie selbst entdeckt, dass sich mit Hilfe dieser Tools seine:ihre Arbeit einfacher oder schneller oder näher am Kundenwunsch erledigen lässt. Dann geht das Lernen viel natürlicher und passt zum:zur Lernenden. Diese Person sieht es persönlich als sinnvoll an und möchte daher die Herausforderung lösen. So entsteht Motivation.

bnm: An wen richten sich deine Angebote, wenn du nicht für BREUER+NOHR tätig bist?

AK: Ich biete Einzeltermine an, arbeite aber auch mit Teams oder Führungskräften; zumeist für dm, aber nicht ausschließlich. Ich profitiere dabei vor allem von meiner vielseitigen Erfahrung in unterschiedlichen beruflichen Stationen. Ich komme als Diplom-Dokumentarin aus der Welt der Informationswirtschaft und war lange Zeit als IT-Beraterin und Schulungsleiterin in einem Softwarehaus aktiv. Im Anschluss konnte ich mit ein paar Schnuppersemestern Grundschulpädagogik die pädagogische Basis ausbauen und die Themen Didaktik und Methodik sowie Entwicklungspsychologie vertiefen.

Bei dm startete ich dann wieder in der IT. Ich wurde mit dem Aufbau eines Inhouse CallCenters für IT-Fragen betraut. Wissensmanagement, IT-Systeme (Telefonie, Ticketing) und Kundenbefragungen waren hier die Schwerpunkte. Weitere Stationen sind in der Verantwortung für Aus- und Weiterbildung bei dm. Insgesamt haben auch 15 Jahre Führungserfahrung dazu beigetragen, dass ich mit unterschiedlichen Akteur:innen in Unternehmen schnell eine Gesprächsgrundlage und Gemeinsamkeiten finde. Sich in neue Unternehmen mit ihren Besonderheiten hineinzuversetzen und mich „einzudenken“, macht mir ungeheuer Spaß. Dass ich BREUER+NOHR bei Kundenprojekten unterstützen darf, ist eine weitere große Bereicherung.

bnm: Andrea, Du bietest „Sparring für junge Führungskräfte“ an. Gibt es etwas, worauf du bei diesen Sparrings besonderen Wert legst?

AK: Ja, unbedingt. Die Sparrings können helfen, wenn sonst gerade kein:e Gesprächspartner:in zur Verfügung steht. Zum Beispiel weil es noch kein etabliertes Führungsteam gibt, mit dem man über Führungsfragen sprechen könnte. Oder die eigene Chefin hat wenig Zeit für die Einarbeitung in die Führungsrolle und die Mitarbeitenden können nicht in alle Themen mit einbezogen werden. Da kann eine Sparringspartnerin wie ich helfen, den Fokus, Herangehensweisen und Lösungen zu finden. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass die Teilnehmer:innen verstehen, dass sie die Termine mitgestalten können und sogar müssen. Autonomie ist für mich eines der wichtigsten Güter! Das dürfen meine Gegenüber wissen und definitiv auch nutzen.

In meinen Sparrings, aber auch in meiner Rolle als Personalentwicklerin nutze ich außerdem gerne Reflexionsmomente. Denn Lernen wird häufig nur durch die Rückschau richtig bewusst. Wenn ich täglich darüber reflektiere, was ich tun wollte und was ich wirklich getan habe, ist das ein guter Anfang. Das geht zum Beispiel super über ein Lerntagebuch und das geht auch über längere Lernprozesse hinweg. Ich kann in einem solchen Tagebuch zum Beispiel ablesen, was ich vor ein paar Wochen oder Monaten gemacht oder gelernt habe und so erkennen, wie sehr ich mich seitdem weiterentwickelt habe.

bnm: Was war für dich als Lernbegleiterin bisher die größte Herausforderung?

AK: Die eine Situation fällt mir dazu nicht ein. Generell finde ich Situationen herausfordernd, in denen ich das Gefühl habe, dass ich etwas falsch gemacht habe. Zum Beispiel, weil ich die Person(en) falsch verstanden und am „falschen Thema“ mit ihnen gearbeitet habe. Die Lernenden sollen ja profitieren. Schwierig sind auch Situationen, in denen ich merke, dass jemand nicht in einem Sparring oder in einem Teamgespräch sein will. Beides kommt zum Glück nicht so häufig vor.

bnm: Was machst du dann?

AK: Im ersten Falle nutze ich die Reflexion für mich selbst. Ich durchdenke einen bestimmen Termin noch einmal und versuche so herauszufinden, an welchen Stellen ich eventuell noch besser auf die Teilnehmenden hätte eingehen können. Vor allem meine Fragen überprüfe ich. Was wäre noch wichtig gewesen, zu wissen? Mit welcher Frage hätte ich meinem Gegenüber noch mehr auf die Sprünge helfen können? Was hätte geholfen, den Prozess noch besser zu begleiten? Dieses Reflektieren hilft mir sehr. So kann ich gerade das Nachfragen für die Zukunft noch besser als Quelle für Verständnis und Ideen nutzen.

bnm: Jetzt haben wir über nicht so schöne Erfahrungen gesprochen. Was sind für dich die schönsten Momente bei deiner Arbeit?

AK: Ich finde es großartig zu sehen, wenn ein Team gemeinsam ins Arbeiten kommt und in den Flow findet. Oder wenn ich die Rückmeldung bekomme: „Das habe ich zum ersten Mal so gehört und endlich verstanden.“ Vor allem aber begeistert mich die Entwicklung von Menschen und Teams zu sehen und begleiten zu dürfen. Das kommt durchaus vor, weil ich auch Gruppen über längere Zeiträume begleite.

bnm: Lernst du auch etwas von den Teilnehmer:innen?

AK: Auf jeden Fall! Immer! Dazu möchte ich auf Urs Ruf, einen Schweizer Pädagogen und Experten für dialogisches Lernen, verweisen, der sagte: „Schüler:innen kommen nicht mit nichts, sie haben immer auch etwas im Angebot.“ Die Lehrenden müssen nur mit der passenden Grundhaltung ausgestattet sein. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen genau das immer wieder. Jede Person, die zu mir kommt, bringt auch etwas mit, etwas, das ich von ihr lernen kann.

Vielen Dank liebe Andrea für die spannenden Einblicke in deine Arbeits- und Gedankenwelt. Wir wünschen dir weiterhin spannende Entwicklungen und Spaß am Lernen!

Kontakt