Visualisierung in Lernangeboten

Visualisierung in Lernangeboten

Augen auf beim Wissenserwerb!

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Dieser Satz ist Ihnen sicherlich schon häufig begegnet. Erstmals abgedruckt wurde er vor über hundert Jahren in einer englischsprachigen Fachzeitschrift für Werbung. Den deutschen Ursprung schreibt man Kurt Tucholsky zu, der unter dem Pseudonym Peter Panter von 1924 bis 1934 für das UHU-Magazin schrieb und einem Beitrag 1926 diesen Titel gab. „... und was hunderttausend Worte nicht zu sagen vermögen, lehrt die Anschauung, die direkt an das Gefühlszentrum greift ...“ heißt es darin. Umgekehrt könnte man sagen: Bilder machen es oft einfacher, Dinge zu verstehen. Recht hatte er!

Text hat seine Berechtigung. Bilder auch.

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Am Studieren von trockenen und oftmals schwierigen Texten kommt man in vielen Lebensbereichen nicht vorbei. Seien es Gesetzestexte, behördliche Formulare, die Packungsbeilagen von Medikamenten oder die Anleitung des neuesten Brettspiels – was genau muss jetzt an welcher Stelle passieren? Eine Visualisierung wirkt in solchen Texten oftmals wie ein Rettungsanker. Hier geht es überall um etwas Konkretes, das beschrieben wird. Um sachliche Informationen. Im Vergleich dazu leben Romane davon, dass man von der eigenen Fantasie getragen in eine andere Welt entschwindet, und so ist jedes Leseerlebnis ein individuelles. Natürlich vermittelt auch Literatur Wissen, aber es kommt nicht so sehr auf die Information, die Sachebene des Textes an.

Ein Zebra ist ein Zebra.

Wenn jemand lernen soll, wie ein Zebra aussieht, kann ich sagen: „Wie ein kleines Pferd, das schwarz-weiß gestreift ist.“ Dann kann die Person sich vielleicht etwas darunter vorstellen. Wir sind uns sicherlich einig, dass es allerdings viel leichter ist, ein Bild von einem Zebra zu zeigen. Und an vielen Stellen muss sichergestellt werden, dass die zuhörende Person nicht nur ein ungefähres Bild von dem Erklärten hat, sondern eben ein ganz genaues.

Das ist ein simples Beispiel für explizite Wissensvermittlung. Etwas begreifen und verstehen fällt leichter, wenn ich ein Bild dazu im Kopf habe. Wenn die Augen etwas erfassen, das zur gelesenen oder gehörten Information passt, kann man diese eher behalten. Die meisten Menschen können sich Bilder viel leichter merken als Sprache – beispielsweise wissen sie, ob sie ein Gesicht schon einmal gesehen haben, können sich aber nicht unbedingt an den Namen dazu erinnern.

Ein gutes Beispiel, wie ein Bild beim Lernen helfen kann, sind Infografiken. Oft reichen einfache visuelle Mittel aus, um komplexe Inhalte auf den Punkt zu bringen oder Zusammenhänge zu verdeutlichen.

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Doch wie sieht es aus, wenn Informationen sich nicht so einfach visualisieren lassen? Weil es um Themen geht, die nicht durch konkrete Bilder darzustellen sind? Wie können wir uns dann die Tatsache zu Nutze machen, dass Menschen leichter lernen, wenn etwas optisch ansprechend ist?

In dem die Lerninhalte mit unterstützender Grafik lernförderlich aufbereitet werden. Zum Beispiel durch Farben und Formen, die Wissensebenen erkennbar machen. So wird das Auge geführt und die Wissensvermittlung vereinfacht. Was inhaltlich im Fokus steht, ist auch optisch in den Fokus gerückt.

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Das Auge isst mit.

In der Erwachsenenbildung, besonders im beruflichen Kontext, wird häufig erwartet, dass ein Lernangebot streng, linear und trocken ist, weil das der bisherigen Erfahrung entspricht. Wenn es einfacher wirkt als erwartet, vielleicht auch unterhaltsam und kurzweilig ist, werden diese Erwartungen nicht erfüllt, und Irritationen können im Raum stehen: Wird die Aufmachung dem Inhalt gerecht? Darf etwas, das kompliziert ist, Spaß machen? Wir versichern Ihnen, dass eine unterhaltsame Aufmachung den Lerneffekt nicht schmälert – ganz im Gegenteil! Etwas, das überrascht, merkt man sich viel eher. Etwas, das optisch etwas hermacht, begreife ich wahrscheinlich sogar schneller.

„Form follows function“

Wenn wir Lerninhalte aufbereiten, ist eine grafische Gestaltung ganz selbstverständlich. Visuell ansprechende Lernangebote, beispielsweise WBTs oder Erklärvideos, führen nachweislich besser und nachhaltiger zu einem Erkenntnisgewinn. Die Lerninhalte sind das, worum es geht. Wenn diese konkret und abbildbar sind, bei Produkttrainings beispielsweise, werden die entsprechenden Fotos genutzt. Und manchmal dient die Gestaltung nur dem Zweck, dass das Auge sich nicht anderweitig ablenken lässt, sorgt also für Fokussierung. Wir finden: Lernen darf Spaß machen. Und wenn etwas hübsch aussieht, schaue ich es mir lieber länger an. Oder nicht?

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